UmbrelOS für einen Heimserver auf einem Mini-PC
umbrelOS auf einem Mini-PC installieren, Oberfläche und App Store erkunden und anschließend Stärken und Grenzen auf Eigenbau-Hardware abwägen.
Hallo zusammen. In diesem Beitrag stelle ich umbrelOS vor, ein System für Heimserver. Oberfläche und Anwendungskatalog machen es auf einem Mini-PC besonders angenehm, doch man sollte seine Grenzen kennen, bevor man es zum Kern eines NAS mit mehreren Festplatten macht.
UmbrelOS in Kürze
umbrelOS, früher schlicht Umbrel genannt, ist ein System für Selbsthosting, dessen Quellcode unter der Lizenz PolyForm Noncommercial 1.0.0 offenliegt. Das Prinzip ist einfach: Anwendungen als Container aus einem App Store installieren und sie anschließend über eine Web-Oberfläche starten, die einem Desktop-Rechner ähnelt.
Das System lässt sich kostenlos auf einem Raspberry Pi 5, auf einer kompatiblen x86-64-Maschine oder in einer virtuellen Maschine installieren. Umbrel weist allerdings darauf hin, dass die auf Eigenbau-Hardware verfügbaren Funktionen von Treibern abhängen und nicht dieselbe Prüfung erfahren wie auf den eigenen Servern.
umbrelOS auf einem Mini-PC installieren
Für eine x86-64-Installation sollten Sie mindestens einen 64-Bit-Prozessor von Intel oder AMD mit zwei Kernen, 4 GB Arbeitsspeicher und 32 GB Speicherplatz einplanen. In der Praxis bieten 8 GB Arbeitsspeicher und eine größere SSD mehr Reserve für Anwendungen.
- Laden Sie das offizielle Installationsabbild von umbrelOS herunter.
- Schreiben Sie es mit Balena Etcher auf einen USB-Stick mit mindestens 4 GB.
- Starten Sie den Mini-PC von diesem Stick und wählen Sie die interne Festplatte.
- Entfernen Sie nach der Installation den Stick, schließen Sie das Ethernet-Netzwerk an und starten Sie neu.
- Warten Sie etwa fünf Minuten und öffnen Sie dann
http://umbrel.local.
Eine einfache und angenehme Oberfläche
Der Desktop bietet Widgets, einen Überblick über Prozessor-, Speicher- und Datenträgerauslastung, einen Dateimanager, die Einstellungen und den App Store. Eine installierte Anwendung erscheint automatisch auf dem Desktop und startet wie eine lokale Anwendung.
Anwendungen installieren und einrichten
Lesen Sie vor der Installation die vollständige Beschreibung der Anwendung. Manche Abbilder verlangen einen bestimmten Port, Standard-Zugangsdaten oder eine Abhängigkeit. Eine vergessene Einstellung kann verhindern, dass sich die Anwendung öffnet, oder einen Konflikt mit einem anderen Dienst auslösen.
Beim ersten Versuch hatte ich keinen einfachen Weg gefunden, eine im Katalog fehlende Anwendung von Hand hinzuzufügen. Die aktuelle Dokumentation bietet inzwischen drei Möglichkeiten: einen App Store der Gemeinschaft hinzufügen, Portainer installieren, um einen Docker-Container zu starten, oder ein umbrelOS-Paket beisteuern. Diese Entwicklung behebt einen wichtigen Teil der im Ursprungsartikel genannten Einschränkung.
Stärken und Grenzen
Stärken
- Schnelle Installation des Systems und der Anwendungen.
- Moderne, klare und sehr zugängliche Oberfläche.
- Umfangreicher Katalog selbst gehosteter Anwendungen.
- Einfache Ressourcenüberwachung und integrierter Dateimanager.
- 2FA, verschlüsselte Sicherungen und privater Fernzugriff sind möglich.
Grenzen auf Eigenbau-Hardware
- Keine RAID-Verwaltung, die so vollständig wäre wie bei einem echten NAS-System.
- Die Kompatibilität von WLAN und externen Datenträgern hängt von der Hardware ab.
- Bewusst wenige Systemeinstellungen.
- Die Oberfläche der getesteten Installation war nur auf Englisch verfügbar.
- Unterstützung durch die Gemeinschaft und Verfügbarkeit der Funktionen nach „best effort“.
Sicherheit, Sicherung und Fernzugriff
Anders als der erste Eindruck der älteren Fassung nahelegt, bietet umbrelOS heute eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Die meisten Anwendungen des offiziellen Katalogs lassen sich zudem über die Umbrel-Sitzung und 2FA schützen. Prüfen Sie dennoch jede fremde Anwendung, denn manche verwalten ihre eigene Anmeldung.
Vermeiden Sie beim Zugriff aus dem Internet, den Server direkt auf einem öffentlichen Port zu öffnen. Die Dokumentation empfiehlt Tailscale, um ein privates Netz zwischen Ihren Geräten aufzubauen. Sicherungen lassen sich verschlüsselt auf ein anderes Umbrel, ein NAS oder eine kompatible USB-Festplatte schreiben.
Mein Fazit
umbrelOS eignet sich sehr gut für einen Mini-PC mit SSD, um Selbsthosting kennenzulernen, schnell Docker-Anwendungen zu starten oder einen kleinen Medienserver aufzubauen. Die Oberfläche macht die Sache deutlich angenehmer als ein rein über die Kommandozeile verwalteter Docker-Stapel.
Für ein Haupt-NAS mit mehreren Festplatten, mit RAID, genauer Überwachung des Datenträgerzustands und einer ausgearbeiteten Speicherstrategie würde ich eine stärker auf Speicher ausgerichtete Plattform wählen. ZimaOS ist zum Beispiel eine eher NAS-orientierte Alternative mit RAID- und Festplattenverwaltung. Die richtige Wahl hängt also weniger von der Optik ab als von der tatsächlichen Rolle der Maschine.
Quellen
- umbrelOS: Installation auf einer x86-64-Maschine
- umbrelOS: offizielle Hardware und Eigenbau-Installation
- umbrelOS: eine Anwendung installieren
- umbrelOS: Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
- umbrelOS: Fernzugriff mit Tailscale oder Tor
- umbrelOS: die Daten sichern
- Quellcode und Lizenz von umbrelOS
- ZimaOS: offizielle Vorstellung
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