ASUSTOR Nimbustor 4 AS5304T: Test und Praxisbericht
Ein NAS mit vier Einschüben, das auf dem Papier überzeugt, mit zwei 2,5-GbE-Anschlüssen, RAID 5 und ADM, dessen Software und Kühlung aber einige Kompromisse verlangen.
Der ASUSTOR Nimbustor 4 AS5304T ist ein NAS mit vier Einschüben, das als schnelle Multimedia-Maschine auf den Markt kam: zwei 2,5-GbE-Anschlüsse, ein HDMI-Ausgang, vier x86-Kerne und das anwendungsreiche System ADM. Nach mehreren Tagen Einsatz fällt mein Eindruck vielschichtiger aus. Die Hardware bleibt interessant, doch einige Software- und Kühlungsentscheidungen sind schlecht gealtert.
Technische Daten und eine Überraschung beim Prozessor
- 4 SATA-Einschübe für 2,5-/3,5-Zoll-Laufwerke mit Wechsel im laufenden Betrieb;
- 4 GB DDR4 verbaut, zwei SO-DIMM-Steckplätze und höchstens 8 GB;
- 2 × 2,5 GbE, 3 × USB 3.2 Gen 1 und HDMI 2.0a;
- ein 120-mm-Lüfter hinten, ein 90-W-Netzteil;
- kein M.2/NVMe-Steckplatz für Cache oder SSD-Volume.
Das offizielle Datenblatt des AS5304T nennt einen Intel Celeron J4105. Das getestete Exemplar wurde von Geekbench dennoch als J4125 erkannt, während ADM schlicht „Intel Celeron CPU @ 2.00 GHz“ anzeigte. Es kann sich um eine Hardware-Revision oder um eine Besonderheit dieses Exemplars handeln: Prüfen Sie also lieber das tatsächlich gelieferte Gerät, statt zu verallgemeinern.
Gehäuse, Anschlüsse und Luftführung
Die glänzende magnetische Front wirkt auf Fotos hübsch, hält aber Fingerabdrücke fest und deckt die Einschübe fast vollständig ab. Links sitzen der Einschalter, die Anzeigen für System, Netzwerk und Laufwerke, eine programmierbare Taste und ein USB-Anschluss. Hinten bleibt der große Lüfter unauffällig, dazu zwei USB-Anschlüsse, der HDMI-Ausgang und die beiden roten Netzwerkbuchsen.
Sind die Einschübe entnommen, zeigen sich die beiden Speichersteckplätze und eine SATA-Backplane, die einen erheblichen Teil des Innenraums einnimmt. Diese Anordnung erklärt zusammen mit der Frontabdeckung vermutlich einen Teil des weiter unten festgestellten Temperaturunterschieds.
ADM im Alltag
Die Ersteinrichtung erfolgt über die Adresse des NAS auf Port 8000; der voreingestellte sichere Port ist 8001. ADM ist leicht zu verstehen, und seine Oberfläche erinnert an ein klassisches Betriebssystem. Einige Details ermüden allerdings rasch: begrenzte Seitennummerierung in mehreren Ansichten, Widgets, die verschwinden, sobald man woanders klickt, und teils verstreute Einstellungen.
Fernzugriff und Sicherheit
EZ-Connect übernimmt eine Rolle ähnlich QuickConnect: Im lokalen Netz kann es auf die private Adresse des NAS verweisen, von außen versucht es die öffentliche Adresse und die Portweiterleitung zu nutzen. Scheitert die direkte Verbindung, bleibt ein Relais verfügbar — um den Preis einer meist geringeren Übertragungsrate.
Mit ADM lassen sich außerdem Zertifikate verwalten, wiederholte Versuche blockieren und Verbindungen nach Herkunft filtern. Das Bildschirmfoto oben zeigt die geografische Regel für Belgien. Diese Schutzmaßnahmen sind nützlich, doch ein zum Internet hin geöffnetes NAS verlangt stets zügige Updates, eine Mehrfaktor-Anmeldung und möglichst wenige veröffentlichte Ports.
Speicher und Überwachung
Der Speicher-Manager gehört zu den gelungeneren Ansichten: Volumes, RAID-Typ, Laufwerkszustand und S.M.A.R.T. sind leicht zu finden. Mit drei Festplatten zu 4 TB liefert das Btrfs-Volume im RAID 5 in der getesteten Konfiguration rund 7,27 TB nutzbaren Speicher.
Der Aktivitätsmonitor zeigt Prozessor, Arbeitsspeicher, Netzwerk, Laufwerke und Prozesse korrekt an. Es fehlt jedoch eine wirklich brauchbare Ansicht, um sofort zu erkennen, welche Anwendung anhaltenden Netzwerkverkehr erzeugt. Um eine Überlastung zu untersuchen, muss man weiterhin mehrere Ansichten abgleichen oder das Terminal bemühen.
Photo Gallery, EZ Sync und Sicherungen
Photo Gallery erfüllt seinen Zweck, um eine Fotosammlung zu ordnen und anzusehen. Während des Tests blieb die mobile Anwendung allerdings mehrmals hängen und verlangte gelegentlich eine erneute Anmeldung. Diese Beobachtung hängt von der verwendeten Version ab, verdient aber einen echten Test, bevor man sie zum einzigen Fotowerkzeug der Familie macht.
EZ Sync bereitete mehr Mühe: Mehrere Dateien von 48 bis 148 MB blieben fehlerhaft, ohne wirklich brauchbare Erklärung. Der Fehlschlag betraf also nicht nur eine einzige riesige Datei. Das Bildschirmfoto bewahrt genau die Liste, die während des Tests zu sehen war.
Das Backup Center unterstützt SMB, FTP, externe Datenträger und mehrere entfernte Ziele. Es sichert Dateien und Ordner korrekt, doch ich fand keinen eingebauten Mechanismus, der so vollständig wäre wie ein Systemabbild, das Anwendungen samt gesamter Konfiguration in einem Zug wiederherstellt. Die installierten Dienste muss man daher gesondert dokumentieren.
Anwendungen und Container
App Central enthält viele Pakete. Ein Teil davon setzt tatsächlich auf Docker Engine, oft mit angenehmer Einbindung: Immich, Jellyfin, Portainer, AdGuard Home oder Vaultwarden lassen sich ausrollen, ohne den ganzen Stapel von Hand aufzubauen. Besonders gefallen hat mir die Einbindung von Immich und Vaultwarden in den Reverse Proxy.
Die Kehrseite ist das Fehlen einer modernen, eingebauten Verwaltung, um Container und virtuelle Maschinen fein zu steuern. Portainer gleicht diese Lücke teilweise aus, doch das Produkt wirkt weniger stimmig als eine Plattform, auf der Container, Protokolle, Volumes und Sicherungen an einer Stelle verwaltet werden.
Durchsatz und Rechenleistung
Die 2,5-GbE-Verbindung kam sauber zustande. Auf dem RAID 5 hielten zehn aufeinanderfolgende Schreibvorgänge von 10-GB-Dateien mit dd zwischen 211 und 223 MB/s. Die beobachteten SMB-Kopien blieben unter 200 MB/s. Dieses Ergebnis liegt unter den von ASUSTOR veröffentlichten Laborwerten, die mit einer optimierten Konfiguration und der Bündelung beider Verbindungen arbeiten: Der Vergleich ist also kein direkter.
Geekbench 6 maß 392 Punkte im Einzelkern und 1.165 Punkte im Mehrkernbetrieb. Das genügt für Speicher, Sicherungen und einige leichte Dienste, ist aber für intensives Transkodieren, mehrere schwere Container oder virtuelle Maschinen recht knapp.
Temperaturen: Die Frontabdeckung bremst den Luftstrom
Nach mehr als zwei Stunden Last stiegen die Festplatten mit Frontabdeckung auf bis zu 48 °C. Ohne sie pendelten sie sich bei rund 44 °C ein. Der Prozessor ging von einem beobachteten Höchstwert von 85 °C mit Abdeckung auf etwa 78 °C ohne sie zurück; das Bildschirmfoto unten zeigt 80 °C während einer weiteren anhaltenden Messung.
Fazit
Der AS5304T behält echte Vorzüge: vier Einschübe, zwei 2,5-GbE-Anschlüsse, großzügige Anschlussvielfalt, ein zugängliches ADM und ein gut gefüllter Anwendungskatalog. Grundlegender Speicher, RAID und die üblichen Docker-Dienste funktionieren korrekt.
Doch das Gesamterlebnis wird gebremst von einer alternden Oberfläche, den Fehlern bei EZ Sync, einer zu vagen Netzwerküberwachung, dem Fehlen echter eingebauter Verwaltung für Container und virtuelle Maschinen, eingeschränkten Systemsicherungen und einer Frontabdeckung, die der Kühlung schadet. 2026 würde ich das Gerät nur bei einem deutlichen Preisnachlass oder für einen sehr genau umrissenen Bedarf wählen. Für einen Neukauf sollte man es zuerst mit neueren Modellen vergleichen.
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