NAS und Selbsthosting 13 Min. Lesezeit

ASUSTOR Nimbustor 4 AS5304T: Test und Praxisbericht

Ein NAS mit vier Einschüben, das auf dem Papier überzeugt, mit zwei 2,5-GbE-Anschlüssen, RAID 5 und ADM, dessen Software und Kühlung aber einige Kompromisse verlangen.

Der ASUSTOR Nimbustor 4 AS5304T ist ein NAS mit vier Einschüben, das als schnelle Multimedia-Maschine auf den Markt kam: zwei 2,5-GbE-Anschlüsse, ein HDMI-Ausgang, vier x86-Kerne und das anwendungsreiche System ADM. Nach mehreren Tagen Einsatz fällt mein Eindruck vielschichtiger aus. Die Hardware bleibt interessant, doch einige Software- und Kühlungsentscheidungen sind schlecht gealtert.

Technische Daten und eine Überraschung beim Prozessor

  • 4 SATA-Einschübe für 2,5-/3,5-Zoll-Laufwerke mit Wechsel im laufenden Betrieb;
  • 4 GB DDR4 verbaut, zwei SO-DIMM-Steckplätze und höchstens 8 GB;
  • 2 × 2,5 GbE, 3 × USB 3.2 Gen 1 und HDMI 2.0a;
  • ein 120-mm-Lüfter hinten, ein 90-W-Netzteil;
  • kein M.2/NVMe-Steckplatz für Cache oder SSD-Volume.

Das offizielle Datenblatt des AS5304T nennt einen Intel Celeron J4105. Das getestete Exemplar wurde von Geekbench dennoch als J4125 erkannt, während ADM schlicht „Intel Celeron CPU @ 2.00 GHz“ anzeigte. Es kann sich um eine Hardware-Revision oder um eine Besonderheit dieses Exemplars handeln: Prüfen Sie also lieber das tatsächlich gelieferte Gerät, statt zu verallgemeinern.

Gehäuse, Anschlüsse und Luftführung

Die glänzende magnetische Front wirkt auf Fotos hübsch, hält aber Fingerabdrücke fest und deckt die Einschübe fast vollständig ab. Links sitzen der Einschalter, die Anzeigen für System, Netzwerk und Laufwerke, eine programmierbare Taste und ein USB-Anschluss. Hinten bleibt der große Lüfter unauffällig, dazu zwei USB-Anschlüsse, der HDMI-Ausgang und die beiden roten Netzwerkbuchsen.

Die Vorderseite des ASUSTOR AS5304T mit der glänzenden Abdeckung
Die magnetische Abdeckung ergibt eine saubere Front, nimmt aber schnell Spuren an und verengt die Luftzufuhr.
Die Vorderseite des ASUSTOR AS5304T ohne Abdeckung mit den vier sichtbaren Einschüben
Ohne Abdeckung sind die vier Einschübe und die Reihe der Leuchtanzeigen sofort zugänglich.
Seitenansicht des Gehäuses des ASUSTOR AS5304T
Das Gehäuse bleibt für ein Modell mit vier Einschüben kompakt.
Die Rückseite des ASUSTOR AS5304T mit Lüfter und Anschlüssen
Hinten: ein 120-mm-Lüfter, zwei USB-Anschlüsse, HDMI und zwei rote 2,5-GbE-Netzwerkanschlüsse.
Die belüftete Unterseite des Gehäuses des ASUSTOR AS5304T
Die Unterseite trägt zur natürlichen Belüftung des Gehäuses bei.
Der ASUSTOR AS5304T mit entnommenen Laufwerkseinschüben
Die Einschübe lassen sich entnehmen, ohne das Gehäuse zu zerlegen.

Sind die Einschübe entnommen, zeigen sich die beiden Speichersteckplätze und eine SATA-Backplane, die einen erheblichen Teil des Innenraums einnimmt. Diese Anordnung erklärt zusammen mit der Frontabdeckung vermutlich einen Teil des weiter unten festgestellten Temperaturunterschieds.

Der Speichersteckplatz im Inneren des ASUSTOR AS5304T
Im Inneren sind zwei DDR4-SO-DIMM-Steckplätze zugänglich.
Das Innere und die SATA-Backplane des ASUSTOR AS5304T
Die SATA-Backplane nimmt einen großen Teil des Luftwegs ein.
Einschübe und Laufwerke für den ASUSTOR AS5304T vorbereitet
Der Test lief mit drei WD-Gold-Festplatten zu 4 TB im RAID 5.

ADM im Alltag

Die Ersteinrichtung erfolgt über die Adresse des NAS auf Port 8000; der voreingestellte sichere Port ist 8001. ADM ist leicht zu verstehen, und seine Oberfläche erinnert an ein klassisches Betriebssystem. Einige Details ermüden allerdings rasch: begrenzte Seitennummerierung in mehreren Ansichten, Widgets, die verschwinden, sobald man woanders klickt, und teils verstreute Einstellungen.

Die ADM-Oberfläche des ASUSTOR AS5304T, hier auf Französisch
Die ADM-Oberfläche bündelt Anwendungen und Widgets in einer schlichten Darstellung.
Die ADM-Systeminformationen des ASUSTOR AS5304T auf Französisch
Das getestete Gerät meldet 2,00 GHz mit 4 GB Arbeitsspeicher.

Fernzugriff und Sicherheit

EZ-Connect übernimmt eine Rolle ähnlich QuickConnect: Im lokalen Netz kann es auf die private Adresse des NAS verweisen, von außen versucht es die öffentliche Adresse und die Portweiterleitung zu nutzen. Scheitert die direkte Verbindung, bleibt ein Relais verfügbar — um den Preis einer meist geringeren Übertragungsrate.

Die EZ-Connect-Einstellungen von ADM auf Französisch
EZ-Connect liefert eine Kennung und eine Adresse für den Fernzugriff.
Die Firewall-Regeln von ADM mit Belgien als zugelassener Quelle
Die Firewall kann Regeln je Netzwerk, Anwendung oder geografischem Gebiet anwenden.

Mit ADM lassen sich außerdem Zertifikate verwalten, wiederholte Versuche blockieren und Verbindungen nach Herkunft filtern. Das Bildschirmfoto oben zeigt die geografische Regel für Belgien. Diese Schutzmaßnahmen sind nützlich, doch ein zum Internet hin geöffnetes NAS verlangt stets zügige Updates, eine Mehrfaktor-Anmeldung und möglichst wenige veröffentlichte Ports.

Speicher und Überwachung

Der Speicher-Manager gehört zu den gelungeneren Ansichten: Volumes, RAID-Typ, Laufwerkszustand und S.M.A.R.T. sind leicht zu finden. Mit drei Festplatten zu 4 TB liefert das Btrfs-Volume im RAID 5 in der getesteten Konfiguration rund 7,27 TB nutzbaren Speicher.

Ein Btrfs-Volume im RAID 5 im Speicher-Manager von ADM auf Französisch
Das Btrfs-Volume im RAID 5 und seine drei Festplatten sind auf einen Blick ablesbar.
Die Prozessliste des Aktivitätsmonitors von ADM auf Französisch
Der Monitor listet die Prozesse auf, ordnet den Datenverkehr aber nicht immer klar der verantwortlichen Anwendung zu.

Der Aktivitätsmonitor zeigt Prozessor, Arbeitsspeicher, Netzwerk, Laufwerke und Prozesse korrekt an. Es fehlt jedoch eine wirklich brauchbare Ansicht, um sofort zu erkennen, welche Anwendung anhaltenden Netzwerkverkehr erzeugt. Um eine Überlastung zu untersuchen, muss man weiterhin mehrere Ansichten abgleichen oder das Terminal bemühen.

Photo Gallery, EZ Sync und Sicherungen

Photo Gallery erfüllt seinen Zweck, um eine Fotosammlung zu ordnen und anzusehen. Während des Tests blieb die mobile Anwendung allerdings mehrmals hängen und verlangte gelegentlich eine erneute Anmeldung. Diese Beobachtung hängt von der verwendeten Version ab, verdient aber einen echten Test, bevor man sie zum einzigen Fotowerkzeug der Familie macht.

EZ Sync bereitete mehr Mühe: Mehrere Dateien von 48 bis 148 MB blieben fehlerhaft, ohne wirklich brauchbare Erklärung. Der Fehlschlag betraf also nicht nur eine einzige riesige Datei. Das Bildschirmfoto bewahrt genau die Liste, die während des Tests zu sehen war.

Synchronisationsfehler in ASUSTOR EZ Sync auf Französisch
In diesem Test verweigerte EZ Sync mehrere Dateien unterschiedlicher Größe.
Anlegen einer SMB-Sicherung im Backup Center von ASUSTOR auf Französisch
Das Backup Center deckt unter anderem SMB, FTP und externe Datenträger ab.

Das Backup Center unterstützt SMB, FTP, externe Datenträger und mehrere entfernte Ziele. Es sichert Dateien und Ordner korrekt, doch ich fand keinen eingebauten Mechanismus, der so vollständig wäre wie ein Systemabbild, das Anwendungen samt gesamter Konfiguration in einem Zug wiederherstellt. Die installierten Dienste muss man daher gesondert dokumentieren.

Anwendungen und Container

App Central enthält viele Pakete. Ein Teil davon setzt tatsächlich auf Docker Engine, oft mit angenehmer Einbindung: Immich, Jellyfin, Portainer, AdGuard Home oder Vaultwarden lassen sich ausrollen, ohne den ganzen Stapel von Hand aufzubauen. Besonders gefallen hat mir die Einbindung von Immich und Vaultwarden in den Reverse Proxy.

Installierte Anwendungen im App Central auf Französisch
App Central bietet zahlreiche Dienste, darunter Docker Engine, Immich, Jellyfin, Portainer und Vaultwarden.

Die Kehrseite ist das Fehlen einer modernen, eingebauten Verwaltung, um Container und virtuelle Maschinen fein zu steuern. Portainer gleicht diese Lücke teilweise aus, doch das Produkt wirkt weniger stimmig als eine Plattform, auf der Container, Protokolle, Volumes und Sicherungen an einer Stelle verwaltet werden.

Durchsatz und Rechenleistung

Die 2,5-GbE-Verbindung kam sauber zustande. Auf dem RAID 5 hielten zehn aufeinanderfolgende Schreibvorgänge von 10-GB-Dateien mit dd zwischen 211 und 223 MB/s. Die beobachteten SMB-Kopien blieben unter 200 MB/s. Dieses Ergebnis liegt unter den von ASUSTOR veröffentlichten Laborwerten, die mit einer optimierten Konfiguration und der Bündelung beider Verbindungen arbeiten: Der Vergleich ist also kein direkter.

dd-Ergebnisse mit anhaltenden Schreibraten von 211 bis 223 Megabyte pro Sekunde
Zehn Schreibvorgänge zu 10 GB pendeln sich im RAID 5 zwischen 211 und 223 MB/s ein.

Geekbench 6 maß 392 Punkte im Einzelkern und 1.165 Punkte im Mehrkernbetrieb. Das genügt für Speicher, Sicherungen und einige leichte Dienste, ist aber für intensives Transkodieren, mehrere schwere Container oder virtuelle Maschinen recht knapp.

Das Geekbench-6-Ergebnis des ASUSTOR AS5304T
Geekbench 6: 392 Punkte im Einzelkern und 1.165 im Mehrkernbetrieb auf dem getesteten Gerät.
Ein Geekbench-Vergleich mehrerer NAS-Geräte mit hervorgehobenem ASUSTOR AS5304T
Der Vergleich ordnet diese Gemini-Lake-Plattform richtig ein: heute bescheiden.

Temperaturen: Die Frontabdeckung bremst den Luftstrom

Nach mehr als zwei Stunden Last stiegen die Festplatten mit Frontabdeckung auf bis zu 48 °C. Ohne sie pendelten sie sich bei rund 44 °C ein. Der Prozessor ging von einem beobachteten Höchstwert von 85 °C mit Abdeckung auf etwa 78 °C ohne sie zurück; das Bildschirmfoto unten zeigt 80 °C während einer weiteren anhaltenden Messung.

Temperaturen des ASUSTOR AS5304T unter anhaltender Last in ADM auf Französisch
Unter anhaltender Last erreichte der Prozessor in dieser Messung 80 °C.

Fazit

Der AS5304T behält echte Vorzüge: vier Einschübe, zwei 2,5-GbE-Anschlüsse, großzügige Anschlussvielfalt, ein zugängliches ADM und ein gut gefüllter Anwendungskatalog. Grundlegender Speicher, RAID und die üblichen Docker-Dienste funktionieren korrekt.

Doch das Gesamterlebnis wird gebremst von einer alternden Oberfläche, den Fehlern bei EZ Sync, einer zu vagen Netzwerküberwachung, dem Fehlen echter eingebauter Verwaltung für Container und virtuelle Maschinen, eingeschränkten Systemsicherungen und einer Frontabdeckung, die der Kühlung schadet. 2026 würde ich das Gerät nur bei einem deutlichen Preisnachlass oder für einen sehr genau umrissenen Bedarf wählen. Für einen Neukauf sollte man es zuerst mit neueren Modellen vergleichen.

Quellen

Über den Autor

Jeremy Kraft betreut die Infrastruktur und die selbst gehosteten Dienste des IBCSC. Diese Anleitungen beschreiben Konfigurationen, die tatsächlich im Einsatz waren und vor der Veröffentlichung erneut geprüft wurden.

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